Post von Baghira (Juno)

Hallo liebes Tierheim, hallo liebe Menschen,
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es ist jetzt schon eine Weile her, seit dem ich abgeholt worden bin, aber es war so viel los hier, dass ich erst jetzt dazu komme, Euch zu schreiben. Uih, hatte ich Schiss! Ich wollte ja zuerst gar nicht weg von Euch – ich habe mich gewehrt, gekratzt und gebissen – ich wusste ja nicht, was auf mich zukommt.
Mit einem Auto bin ich dann in mein neues zu Hause gefahren und wurde dann in meiner Transportbox abgesetzt. Die Türe öffnete sich und ich befand mich in neuer Umgebung. Wie ungewohnt: alles roch anders, alles war so groß. Und dann sah ich ihn zu ersten Mal: meinen neuen Bruder Jerry.
Von der Seite begutachtete er meine Transportbox und schaute erst vorsichtig hinein. Eigentlich war er ja ganz nett, aber vorsichtshalber fauchten wir uns erst mal ein wenig an. Man weiß ja nicht. Auch die Stimmen meines Frauchens und Herrchens klangen ja ganz lieb, aber erst mal Vorsicht dachte ich mir ... Irgendwann fühlte ich mich mutig genug, keiner schien da zu sein und fasste allen Mut zusammen meine Transportbox zu verlassen und das Haus zu erkunden. Man war das alles riesig hier! Aber zum Glück genug Fluchtwege und Verstecke. Wobei für die ersten Tage beschloss ich vorsichtshalber tagsüber unter die Kommode zu kriechen, es war eng, aber sicher!

Baghira1Wenn’s dunkel wurde habe ich mich mehr und mehr herausgetraut und wenn die Chefs am Schlafen waren, hatte ich meine Freiheit. Nur dieser Jerry?! Was sollte ich machen? Der schien nie zu schlafen, auf meinen Erkundungstouren tauchte er immer unverhofft auf. Aber er war immer sehr lieb und vorsichtig. Komisch, der will mir ja nichts Böses, im Gegenteil, will der mir etwa die Freundschaft anbieten? Na klar, wir sind doch jetzt Brüder. Und da war das Eis gebrochen. Seit diesem Tag sind wir die dicksten Kumpels. Mann, ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie man mit ihm schmusen, laufen, spielen und raufen kann – auch wenn er der Stärkere ist – aber so ist das mit großen Brüdern ...

02 Baghira2So vergingen die Tage und ich habe mich so richtig eingelebt. An meinen neuen Namen „Baghira“ habe ich mich auch schnell gewöhnt. Bin auch stolz darauf, so als Dschungelbuch-Panther fühlt man sich gleich mutiger. Zu dem Frauchen und Herrchen hielt ich trotzdem vorsichtshalber noch Abstand, doch ich merkte, dass man diesen eigentlich gar nicht so groß halten musste, aber vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste...
Und dann kam er, der aufregendste Tag in meinem Leben:

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Eine große Tür in meinem neuen zu Hause öffnete sich und ich konnte in ein gigantisches Zimmer sehen. Alle nannten dieses Zimmer „Draußen“. Ich bin ganz vorsichtig heraus getreten. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich Draußen! Zum Glück gab es viele Blumentöpfe und Hecken, hinter denen man sich verstecken konnte. Aber ich hab mich einfach an meinen Bruder gehalten, der hat mich geführt und Mut gegeben. So habe ich die nähere Umgebung von „Draußen“ erkundet. Das war aufregend! Und mega anstrengend. Aber toll! Auf dem Teppich, den alle Rasen nennen, kann man laufen und tollen, sich verstecken, Jerry auflauern und raufen: einfach genial.
Wusstet ihr: wenn man in der Dämmerung mit der Pfote auf die Hecke haut, kommen Insekten herausgeflogen, mit denen man so wundervoll spielen kann. Und das Beste: draußen sind wir nicht allein: Abgesehen von einem bösen Kater, der ab und zu auftaucht, gibt es auch andere Tiere, vor allem Spieltiere, die zu allem Überfluss auch gut schmecken. Man nennt sie Mäuse. Das ist ein Spaß. Jerry hat mir gezeigt, wie man sie fängt. Das solltet ihr unbedingt auch mal probieren und schmeckt auch richtig gut ... Es gibt aber auch Blindschleichen, Schmetterlinge und Blätter mit denen man super spielen kann. Nur die Vögel sind zu schnell weg. Diese Biester! Aber das Anschleichen und Lauern reicht ja auch, um Spaß zu haben.

05 Baghira5Ja, noch was: ich hab festgestellt, wenn man nah an die Chefs geht, dass die einen kraulen können.
Auch sehr schön! Kann man aushalten! Hinter den Ohren unter dem Kinn am Rücken, das ist Wellness pur! Warum ich am Anfang so viel Schiss hatte kann ich im Nachhinein gar nicht verstehen.
Um es auf den Punkt zu bringen: mir geht es so richtig gut! Hab einen tollen großen Bruder, nette Chefs und ein riesiges „Draußen“. Danke, dass ich hier herdurfte, auch wenn ihr euch so viel Mühe gegeben habt und Euch um mich gekümmert habt – hier bin ich so richtig angekommen, hier gefällt es mir und ich will nieeeeeeee wieder weg! Danke, dass ich das durfte!

In großer Dankbarkeit und einem herzlichen Miau Euer Baghira